Exopolitik: Das Geheimnis und Mysterium um die “Skinwalker Ranch”

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Exopolitik: Das Geheimnis und Mysterium um die “Skinwalker Ranch”

 

Zu Besuch bei der geheimnisvollen Ranch, auf der ein Millionär nach Aliens sucht

Der Ort, der lange mit Geschichten über das Paranormale in Verbindung gebracht wurde, steht im Mittelpunkt einer dezidiert erdgebundenen Fotoshow

„Homestead Three“ des Fotografen Christopher Bartel ist eines der Bilder, die in der Online-Ausstellung „The Skinwalker Ranch Portfolio“ der University of Maryland Art Gallery zu sehen sind. (Sammlung der University of Maryland Art Gallery/Christopher M. Bartel)

Unter den US-Standorten, die Enthusiasten paranormaler Aktivitäten faszinieren, sind Area 51 in Nevada und Roswell in New Mexico bekannter, aber die Skinwalker Ranch hat den buntesten Namen. Das Anwesen in Ost-Utah, Gegenstand einer von der University of Maryland Art Gallery organisierten Online-Fotoausstellung , beschwört den Navajo-Mythos eines rachsüchtigen Schamanen herauf, der die Gestalt anderer Kreaturen annehmen kann. Das ist ein großartiges Branding für einen Ort, der seit langem mit Geschichten über UFOs und andere unbestätigte Phänomene in Verbindung gebracht wird und der kürzlich Gegenstand einer sachlich zweifelhaften History Channel-Serie war, „ Das Geheimnis der Skinwalker Ranch “.

Dazu ist es zu spät, aber der beste Weg, sich dem „The Skinwalker Ranch Portfolio“ des Fotografen Christopher Bartel zu nähern, wäre in völliger Unwissenheit. Die 80 Bilder (aus einem Archiv von 1.500) sind in vier thematische Abschnitte unterteilt und zeigen viele Aspekte des 512 Hektar großen Geländes. Es ist eine unglaublich schöne Hochwüstenlandschaft, die von großen Himmeln und kleinen Kuriositäten geprägt ist, insbesondere von der Art indianischer Artefakte, die Bartel sein ganzes Leben lang gejagt hat. Die geschickt komponierten und beleuchteten Fotografien fangen viele Aspekte des Ortes ein, an dem Bartel von 2010 bis 2016 als Sicherheitsbeamter arbeitete, während der damalige Eigentümer Robert T. Bigelow angeblich eine vom Pentagon finanzierte Untersuchung zu angeblichen Geheimnissen auf seinem Land durchführte.

„Großer Sturm“ von Christopher Bartel. (Sammlung der University of Maryland Art Gallery/Christopher M. Bartel)

Hier ist die Nicht-Spoiler-Warnung: Die Bilder zeigen nichts, was paranormal, außerirdisch oder in irgendeiner Weise unerwartet ist.

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Der in Kansas aufgewachsene Fotograf war in Washington, um sich mit dem republikanischen Senator Mike Lee aus Utah zu treffen, und wurde von Taras W. Matla, stellvertretender Direktor der University of Maryland Art Gallery, begleitet. Es war Matla, der Bartels Fotos in den sozialen Medien entdeckte, dank seines persönlichen Interesses an UFOs (jetzt offiziell als UAP bezeichnet, für „unidentifizierte Luftphänomene“). Matla lud Bartel zu einer Ausstellung in der Galerie ein, was zu der Entscheidung des Künstlers führte, der Universität alle seine Skinwalker-Bilder zu überlassen.

Der Fotograf, der mit kompakten, spiegellosen Digitalkameras von Sony fotografiert, wechselt von Farbe zu Schwarzweiß und von Nahaufnahmen zu epischen Ansichten. Bartel nennt Ansel Adams als Inspiration, aber normalerweise platziert er seine Kamera näher an seinen Motiven als Adams. Anstatt eine gottähnliche Perspektive zu simulieren, schoss Bartel wie das, was er war: ein Wächter, der seine Runde macht.

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„Beleuchteter Wasserkrug“ von Christopher Bartel.“ (Sammlung der University of Maryland Art Gallery/Christopher M. Bartel)

Gruselige Bilder sind in der Auswahl, die aber nichts Überirdisches verraten. Einige zeigen Tierskelettreste, aber die meisten sind verlassene Gebäude, deren Verfall sowohl den unvermeidlichen Verfall als auch die begrenzte Aufmerksamkeitsspanne der Menschheit veranschaulicht.

Vielleicht ist es auch gut so, dass die Leute dazu neigen, das Interesse zu verlieren. Die aktuelle Mode für die Skinwalker Ranch wird verblassen, ähnlich wie die Farbe an den Wänden eines Hauses, das Wind, Schnee und Sand zum Abriss überlassen wurde. Und das Land wird Bestand haben, wie Bartels Fotografien beredt zeigen.

Christopher Bartel: Das Portfolio der Skinwalker Ranch

Online präsentiert von der University of Maryland Art Gallery unter skinwalkerranchportfolio.org .

 

Vor uns liegen die roten Tafelberge des Uintah-Beckens, als mein Fahrer in Fort Duchesne einbiegt, einem kleinen Ort im Nordosten Utahs. Ich muss wieder an die Legenden denken, an den angeblichen Fluch, der auf diesem Land liegen soll. An die Monster, die es hier geben soll. OK, eigentlich nur eins: der Skinwalker.

Eine scharfe Rechtskurve holt mich zurück.

“Wir sind fast da”, sagt mein Fahrer. “Bist du aufgeregt?” Er grinst und hat dabei was von einem kleinem Jungen.

Fast drei Stunden hat die Fahrt von Salt Lake City gedauert. Wir sind durch die Berge gefahren. Ein Schneesturm hatte uns die Sicht genommen und den Highway mit einer Eisschicht bedeckt.

Hier im Tal ist der Himmel wieder blau. Die Sonne scheint auf den Tafelberg, der die Gegend bei allen berühmt gemacht hat, die an Übersinnliches glauben. Immer wieder gibt es in dieser Gegend Berichte über sonderbare Lichter, die über der Landschaft schweben, komische Wesen, die hier durch die Wildnis streifen sollen.

 

 

Eine dieser Geschichten handelt von den Ute, einem indigenen Stamm aus diesem Tal, und ihrem schwierigen Verhältnis zu den Navajo. Als sich die Ute Ende des 19. Jahrhunderts mit der amerikanischen Armee verbündeten, halfen sie dabei, die Navajo aus diesem Gebiet zu vertreiben. Einer Sage zufolge sollen die Navajo daraufhin einen Skinwalker losgelassen haben, ein Wesen, das in die Haut von Tieren schlüpfen kann.

Am Ende der Straße tauchen massive Betonbarrieren auf, dazu Schilder: “No Trespassing”, “STOP”. Vor einem sechs Meter hohen, schwarzen Stahltor halten wir an. Auf der anderen Seite steht ein Wachmann mit Maschinengewehr. Er nickt uns freundlich zu. Das Tor öffnet sich langsam.

Mein Gastgeber lächelt mich an: “Willkommen auf der Skinwalker Ranch.”

 

Als wir in Salt Lake City mit seinem Helikopter starteten, wurde der Ranch-Besitzer philosophisch. “Es ist ernüchternd, sich mit unserer Sterblichkeit auseinanderzusetzen. Aber die ungewöhnlichen Vorkommnisse, die seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten, von der Skinwalker Ranch berichtet werden, scheinen zu zeigen, dass wir in einem sonderbaren Universum leben. Vielleicht sind wir nicht allein”, sagte er. Allmählich verschwand die Stadt hinter uns.

“Vielleicht gibt es mehr, als wir sehen können. Unsere Existenz, unsere körperliche Realität. Alles ist viel komplexer. Es ist schon komisch, dass Menschen immer noch die gleichen Fragen stellen, die sich unsere Spezies schon seit Jahrtausenden stellt”, sagte er.

Als wir die Gebirgsregion erreichten, machte der Sturm den Weiterflug unsicher. Wir mussten umkehren und das Auto nehmen.

 

Die Skinwalker Ranch hat eine lange, unschöne und gut dokumentierte Geschichte. Was davon echt und was erfunden ist, lässt sich schwer sagen.

Im Uintah-Becken hat es immer schon Berichte über sonderbare Lichter, Geräusche und Erscheinungen gegeben. In den 1950er Jahren begann der örtliche High-School-Lehrer Joseph “Junior” Hicks die Erfahrungen der Menschen in der Gegend niederzuschreiben. Zusammen mit Dr. Frank Salisbury veröffentlichte Hicks 1974 ein Buch zu dem Thema. Auch danach gab es in der Gegend immer wieder Berichte über UFOs und sonderbare Kreaturen. Der Ruf als Epizentrum des Paranormalen verfestigte sich.

Als dann 1994 das Bauernpaar Terry und Gwen Sherman die Ranch kauften, nahm die Sache noch einmal an Fahrt auf. Wie in dem Buch Hunt for the Skinwalker beschrieben, gaben die Shermans an, dass ihr Vieh am helllichten Tag mit chirurgischer Präzision verstümmelt wurde und ihre Familie von sonderbaren Flugobjekten und schwebenden Lichtkugeln heimgesucht worden war. Sie hörten Stimmen und Poltergeister, sahen Monster, die aus Portalen traten. Sie erzählten von einem Wolf, der nicht mit Kugeln zu töten war, obwohl sie es versuchten.

BILD OBEN: DIE LAGE DER SKINWALKER RANCH IM ÖSTLICHEN UTAH | BILD UNTEN: NÄHER RANGEZOOMT. DIE ROTE LINIE ZEIGT DIE ZÄUNE UND TORE DER SKINWALKER RANCH

Im Sommer 1996 wurden die Vorkommnisse einer breiten Öffentlichkeit bekannt und die Sherman Ranch geriet ins Visier von UFO-Jägern. Einige Wochen später kaufte der Milliardär Robert Bigelow der Familie die Ranch ab. Bigelow, der selbst an UFOs und Übersinnliches glaubt, untersuchte mit seinen privaten Forschungseinrichtungen, dem “National Institute for Discovery Science” und “Bigelow Advanced Aerospace Space Studies”, die sonderbaren Vorkommnisse, die sich angeblich auf dem Gelände ereigneten. 20 Jahre lang.

Auch die US-Regierung beteiligte sich zeitweise mit 22 Millionen US-Dollar an Bigelows Nachforschungen.

Bigelow hat nie öffentlich über die Vorkommnisse auf der Ranch gesprochen. Wilde Gerüchte gibt es dafür genug. Sie reichen von geheimen Waffentests der US-Regierung bis zu einer unterirdischen Alienbasis. Geschichten über Monster, die ihr Aussehen verändern, interdimensionale Portale, UFOs und Poltergeister gibt es bis heute. 2016 verkaufte Bigelow die Ranch an die Firma Adamantium Real Estate Holdings. 2018 veröffentlichen UFO-Forscher George Knapp und Filmemacher Jeremy Corbell einen Dokumentarfilm über die Ranch, der die Gerüchte nur weiter anfeuerte.

Weniger UFO-affine Menschen aus der Gegend sehen das alles etwas pragmatischer, manche kennen die Ranch noch nicht mal wirklich.

Louise Tsinijnnie, eine Sprecherin der Navajo Nation, sagte mir zwar, dass nicht viele Navajo bereit seien, über Skinwalker zu sprechen, von einem konkreten Fluch auf dem Land wisse sie allerdings nichts.

Betsy Chapoose, Cultural Rights und Protection Director des Stamms der Ute, ist überrascht, als ich sie nach der Ranch frage. “Das ist das erste Mal, dass ich von dieser Geschichte höre”, sagte sie lachend. Überhaupt sei in den 30 Jahren, die sie in der Verwaltung arbeite, noch niemand in ihr Büro gekommen, um über die Ranch zu sprechen.

Bei der Ranch angekommen steige ich aus dem SUV. Ein schwarzer Hund läuft auf mich zu. Freudig lässt er sich von mir streicheln.

“Das ist William”, sagt der Ranchbesitzer. “Er war Teil der Ranch, als ich sie gekauft habe. Er kennt ihre ganzen Geheimnisse.”

William begleitet mich, während ich mich bei den Hauptgebäuden umschaue. Das erste ist ein Farmhaus. Hier leben die Verwalter der Skinwalker Ranch: Kandus Linde, eine Anthropologin, und ihr Partner Tom Lewis, ein selbstständiger Grafiker.

Das Land der Ranch umfasst laut Linde über 200 Hektar.

Ein paar Schritte vom Farmhaus entfernt befindet sich das Forschungszentrum der Ranch, die sogenannte Kommandozentrale. Entworfen hat es Erik Bard, ein Plasmaphysiker und Teilhaber einer kleinen Firma, die Teile für Röntgensysteme herstellt, die in staatlichen Laboren der USA verwendet werden. Gebaut hat es Thomas Winterton, der Verwalter und Leiter der Ranch.

DIE KOMMANDOZENTRALE | FOTO: MJ BANIAS

Hinter einer Tür, die sich nur mit einem Code öffnen lässt, befindet sich das Herzstück der Ranch. Der Raum ist so groß wie ein Schlafzimmer. An den Wänden hängen große Flachbildschirme. Davor stehen Computer und Mikroskope. Für zusätzliche Sci-Fi-Vibes sorgt das Licht einer grünen LED-Schnur.

Der erste Bildschirm, der mir auffällt, zeigt den Flugverkehr über der Ranch. Wenn mehrere Augenzeugen etwas am Himmel sehen, kann das später mit dem Flugverkehr in der Gegend abgeglichen werden.

THOMAS WINTERTON (LINKS) UND ERIK BARD (RECHTS) IN DER KOMMANDOZENTRALE | FOTO: MJ BANIAS

Die in der Ranch erhobenen Daten und Kameraaufnahmen werden mit anderen unabhängigen Quellen verglichen. “Das ist hilfreich, wenn wir Störungen bei unserem eigenen Equipment haben”, sagt Bard. “Wegen ungewöhnlicher elektromagnetischer Interferenzen haben wir hier häufig Probleme mit unseren Geräten.”

Solche Interferenzen seien in den vergangenen Jahren immer wieder auf der Ranch festgestellt worden. Laut Bard treten diese extremen elektromagnetischen Felder nur vorübergehend auf. Sie kommen und gehen, wandern und erreichen zwischendurch Werte, die für Menschen gefährlich sind.

Darüber hinaus seien immer wieder Menschen auf der Ranch krank geworden. Thomas Winterton selbst wurde mit einer lebensgefährlichen Hirnschwellung und Flüssigkeitsansammlung zwischen Schädel und Kopfhaut eingeliefert. Seine Krankenakte, die ich einsehen darf, zeigt, dass sich die Mediziner uneinig über die Ursache für die Hirnschwellung sind. Winterton steht weiterhin unter Beobachtung der Ärzte.

Im Sommer klagten drei Gäste auf der Ranch über sonderbare Entzündungen der Haut, Übelkeit und Abgeschlagenheit. Zwei von ihnen mussten sogar in die Notaufnahme, sagt der Ranchbesitzer. Überprüfen konnte ich diese Angaben allerdings nicht.

AUF DIESEM BILDSCHIRM WERDEN DIE RADIOSIGNALE IN DER UMGEBUNG DER RANCH ANGEZEIGT | FOTO: MJ BANIAS

“Die Ursache für das hier konnten wir noch nicht feststellen”, sagt Bard, als es auf einem Bildschirm, der die Radiosignale in der Umgebung anzeigt, plötzlich wuselt. Ein Handy oder Funkgerät würde laut Bard nur für einen kleinen Anstieg sorgen. “Wenn ich eine schlüssige Erklärung heranziehen müsste, würde ich sagen, dass diese Signale durch automatisiertes Öl- oder Gas-Bohr-Equipment im Umfeld der Ranch verursacht werden.” Bestätigen konnte Bard das bislang allerdings noch nicht.

Die Ranch hat ihre eigene Wetterstation, Dutzende festinstallierte und mobile HD-Kameras sowie Infrarot-, Nachtsicht- und Wärmebild-Kameras. Das Grundstück steht unter Dauerbeobachtung. Bards Lieblingssensor hat er selbst entworfen und gebaut: SATAN. SATAN steht für Sentinel Assignment Telemetry And Notification und ist ein vierbeiniges Metallungetüm mit eingebautem Computer und Bildschirm. SATAN kann Vibrationen im Boden und der Luft messen, wandelnde Magnetfelder sowie Infraschall und seismische Aktivitäten.

Interessant wird ein Ereignis für Bard, wenn es gleichzeitig von mehreren Sensoren aufgeschnappt wird und sich einer einfachen Erklärung entzieht. Er glaube zwar nicht, dass Aliens die Ranch heimsuchen, aber er finde es sonderbar, dass zufällige elektromagnetische Frequenzen eine bestimmte Stelle der Ranch bombardieren, von allen Geräten aufgezeichnet werden und ein paar Minuten später wieder verschwinden.

EIN ALTES KÖDERGEHEGE. DER FRÜHERE BESITZER HAT HIER TIERE GEHALTEN, UM ZU SCHAUEN, OB ETWAS MIT IHNEN PASSIERT. HEUTE FINDEN HIER KEINE EXPERIMENTE MEHR STATT | FOTO: MJ BANIAS

Sicherheitschef Arnold, Ranch-Leiter Winterton und ich fahren in einem schwarzen Jeep über das Grundstück. Der schmelzende Schnee hat den roten Staub der Wege in braunen Matsch verwandelt. Während unser Wagen über die unebenen Straßen schaukelt, erzählen mir die Männer, in was für einem schlechten Zustand sich die Ranch früher befand. Der Abwassertank sei falsch installiert gewesen und die Toiletten funktionierten kaum. Viel Geld und Zeit seien seitdem in die Anlage gesteckt worden. Vor allem die Überwachungs- und Messgeräte wurden modernisiert und verbessert.

Arnold, ein lizensierter privater Sicherheitsexperte, kennt den neuen Besitzer der Ranch seit Jugendtagen. Sie sind quasi Brüder. Ständig würden Leute am Tor auftauchen, sagt er, und wollten auf das Grundstück gelassen werden. Einige könnten aufdringlich werden, die meisten stehen aber einfach nur vor dem Tor und gehen, wenn man sie darum bittet.

Ich frage Arnold, ob er jemals selbst paranormale Erlebnisse auf der Ranch hatte. Er lacht.

EIN VERFALLENES FARMHAUS AUF DER SKINWALKER RANCH | FOTO: MJ BANIAS

“Am Anfang war da nichts. Ich dachte, es wäre alles ein Haufen Mist. Dann, eines Nachts, ich war in einem der Schlafzimmer im Farmhaus, lag im Bett und versuchte einzuschlafen, als plötzlich, BAM, irgendwas in mein Bett gekracht ist. So wie wenn deine Kinder zu dir ins Bett springen. Ich habe mich aufgerichtet und das Licht angemacht. Nichts.” Vergangenen Sommer ist Arnold noch etwas Seltsames passiert. Eine große Filmcrew vom History Channel war für Aufnahmen für eine neue Serie auf der Ranch. “Wir alle haben es gesehen. Wir schauten auf das westliche Feld und da war es. Eine Sekunde lang dachte ich, es sei eine Drohne. Ich versuche immer, alles zu rationalisieren. Es schwebte einfach da”, Arnold schaut mich an. “Ich glaube, ich kann da nicht drüber sprechen. Es klingt verrückt. Alle Sensoren spielten verrückt.”

Die Männer bringen mich zu dem Feld, auf dem Arnold das Objekt gesehen hat. Wieder sagt er, dass er nicht darüber sprechen kann. Ich frage nicht weiter nach. Das schneebedeckte Feld sieht unscheinbar aus. In der Ferne stehen ein paar verlassene Gebäude. “Homestead 2” wird die Häusergruppe genannt.

Hier haben früher Rancher und ihre Familien gelebt. Lange bevor das Gelände zu einem Pilgerort für UFO-Fans wurde. Als die Shermans 1994 die Ranch kauften, standen die Häuser schon lange leer.

“Es klang, als würde jemand mit einem Stromkabel gegen die Wand schlagen. Ich stand auf und rannte los. Als ich dort ankam, war niemand da. Ich habe schon viel Zeit in der Kommandozentrale verbracht. Ich kenne die Geräusche. Ich weiß, wie der Wasserboiler klingt, wenn man ihn einschaltet. Das war anders”, sagt Winterton. “Wir waren ziemlich durch den Wind. Ich bin zurück an den Computer und das Kopieren dauert ewig. Dann plötzlich war es, als würde jemand zwischen uns stehen. ‘Geht jetzt’, sagt eine Stimme. Ich schaute Melissa an, sie mich. Dann wieder: ‘Ihr müsst jetzt gehen.'”

Tom und Melissa Winterton sprangen beide auf und taten, was die Stimme ihnen befohlen hatte.

“Wir sind in den Truck und haben uns so schnell wir konnten aus dem Staub gemacht. Ich habe versucht, Erik anzurufen, aber mein Handy reagierte nicht. Meine Frau versuchte es. Ich versuchte es. Zehn Minuten vergingen und endlich reagierte das Handy. Ein oder zwei Sekunden hat es funktioniert, dann war der Akku komplett leer.”

 

“Es ist, als würde die Ranch nach einem rufen.”

Melissa wird mir die Story später auch erzählen. Ihre Angaben decken sich weitestgehend mit denen ihres Mannes.

Winterton und Arnold bringen mich zur Südseite der Ranch, wo wir einen Hügel hochsteigen. Von oben kann man das ganze Grundstück überblicken. Ich sehe die Ranch, die Tafelberge, in der Ferne die schneebedeckten Berge.

“Bei all dem komischen Scheiß, der hier passiert, ist das immer noch mein absoluter Lieblingsort auf der Welt”, sagt Arnold, während wir auf die Landschaft blicken. “Einige Menschen hier sagen, dass die Ranch lebt. Vielleicht tut sie das. Ich weiß es nicht. Aber wenn ich nicht hier bin, dann kann ich nur daran denken, wieder zurückzukommen.”

 

 

 

 

 

 

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