„Arabischer Frühling“: Warum Gaddafi wirklich sterben musste

 

Der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi war zwar stets ein Enfant terrible der internationalen Politik, doch unter seiner Regie erlebte Libyien eine bis dahin in dieser Weltgegend einzigartige Modernisierung. Vor allem konnte sich ein gewisser Wohlstand entwickeln. Ein Verdienst von Gaddafi war es auch, dass er im Gegensatz zu anderen arabischen Ländern die Islamisten unten hielt. Dann auf einmal begannen die westlichen Mainstream-Medien eine Hetzkampagne. Teilweise absurde Gräuelgeschichten wurden verbreitet. Und schließlich kam es zu einer inszenierten „Revolution“, die vom Westen gesteuert und von den Medien als „arabischer Frühling“ bejubelt wurde. Doch das einzige was in diesem „Frühling“ erblühte, war in Folge der Islamismus und das Schlepperwesen. Heute ist Libyen völlig ruiniert und unregierbar.

Dieser typische US-amerikanische Einsatz im Namen von „Demokratie und Menschenrechten“ hatte natürlich ganz andere, rein machtpolitisch motivierte Hintergründe.

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Hillary Clinton on Gaddafi: We came, we saw, he died

 

In einem Interview im Jahr 2011 bemerkte die damalige Außenministerin Hillary Clinton die Folter und Ermordung des libyschen Führers Muammar al-Gaddafi, indem sie Julius Caesar umschrieben und ausrief:  „Wir kamen, wir sahen, er starb.“ Die Folgefrage des CBS-Reporters, der die Erklärung veranlasste, lautete: „Hatte es etwas mit Ihrem Besuch zu tun?“ worauf Clinton scherzhaft antwortete: “Ich bin mir sicher, dass es so war.”

Aber war es so ein Witz? Gaddafi starb durch von den USA unterstützte Rebellen, nachdem eine US-Predator-Drohne einen Militärkonvoi angegriffen hatte, in den Gaddafi reiste, ihn verwundete und ihn zwang, sich seinen Attentätern zu ergeben. Ob Clinton konkret von diesem Angriff wusste, ist fast irrelevant. Sie wusste jedoch, dass die US-Politik in Libyen durch ihr eigenes Handeln keine humanitäre Intervention war, sondern tatsächlich ein Regimewechsel.

Dieser Punkt wird in einem kürzlich erschienenen Artikel im Foreign Policy Magazin von Micah Zenko vom Council on Foreign Relations (keine Randgruppe, habe ich zuletzt überprüft) großartig auf den Punkt gebracht. Zenko widerlegt Punkt für Punkt die große Lüge des Libyen-Krieges : dass die USA und die NATO aus humanitären Gründen interveniert haben.

Unter dem Vorwand, Zivilisten vor einem Massaker in Bengasi zu schützen, starteten US- und NATO-Streitkräfte eine umfassende Kampagne zum Sturz des Gaddafi-Regimes, die von Anfang an Enthauptungsschläge auf Gaddafis Residenz beinhaltete. Als der Krieg begann, wurde die Unterstützung für den Regimewechsel fortgesetzt.

Wie Zenko feststellt, behaupteten die USA und die NATO, dass sie die UN-Resolution 1970 aufrechterhalten, die die Bewaffnung beider Seiten des Konflikts verbietet und gleichzeitig den Rebellen erlaubt, Waffen zu erhalten. Die NATO hat sogar ein Video veröffentlicht, in dem ihre Streitkräfte ein Schiff anhielten, Waffen für die Rebellen fanden und das Schiff dann weiterfahren ließen. So viel zur UNO. Am Ende bewaffneten die USA die Rebellen allein.

Während der Artikel in Foreign Policy – ​​um einen Ausdruck von einem ehemaligen CIA-Direktor zu leihen – ein Slam-Dunk- Fall ist, dass die USA immer einen Regimewechsel in Libyen anstrebten, war vielen bereits klar, dass die Obama-Administration zumindest nicht verärgert über Gaddfis Sturz.

Eine aktuelle Geschichte der New York Times enthüllte detaillierter, wie es die ehemalige Außenministerin Clinton war, die die USA in den Krieg in Libyen trieb, wobei der ehemalige Verteidigungsminister Robert Gates behauptete, es sei eine 51-49-Entscheidung innerhalb der Obama-Administration Unterschied.

Hillary Clintons Geschichte der Unterstützung des Regimewechsels ist so ausgeprägt, dass sich eine der wichtigsten Befragungen vor kurzem in einem MSNBC-Rathaus auf Clintons Unterstützung für die Idee eines Regimewechsels im Allgemeinen konzentrierte. MSNBC-Moderator Chris Matthews forderte Clinton wiederholt auf, einen Fall zu nennen, in dem die USA, die auf einen Regimewechsel drängten, geklappt hätten. Clinton hatte keine andere Antwort, als hypothetische Szenarien möglicher positiver Ergebnisse vorzuschlagen, um Hitler in Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg zu stoppen oder in Ruanda zu intervenieren, in der Hoffnung, einen Völkermord zu stoppen. Der Hinweis auf Ruanda ist seltsam, da Präsident Bill Clinton während des Völkermords in Ruanda im Amt war, und Hillary Clinton hat seine Präsidentschaft wiederholt als Vorbild und Beglaubigung für ihre Kandidatur angeführt.

Die Wahrheit ist, dass Libyen zeigt, dass Hillary Clinton nichts aus dem Irakkrieg gelernt hat. Wenn sie ins Amt kommt, erwarten Sie weitere Regimewechsel, die sich als humanitäre Intervention ausgeben.

US Policy Of Regime Change, Interplay Of Systemic Constraints, Leaders Perceptions, And Domestic Pressures

 

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Von MCM

Freier Journalist, Video-Reporter, Mediengestalter, DJ & Musiker,